CHUCK BERRY & the KINGS of ROCK & ROLL

Zu aller erst: Rock and Roll und Monarchie passen meiner Meinung nicht zusammen! Wahrscheinlich wäre diese Rangfolge in der Klassik viel besser aufgehoben, bei all diesen Hofkomponisten und ihren Revolutionären; aber was dem Jazz mit all seinen Counts, Dukes, Kings und Empresses recht ist, war dem Rock and Roll schon lange billig. In Anlehnung meines Vlogs anlässlich Chuck Berrys 90. Geburtstages vor zwei Wochen möchte ich hier den Kreis der "Kings of Rock and Roll" etwas erweitern und näher betrachten.

Bevor ich damit beginne, nenne ich meine Auswahls-Kriterien für diese meine subjektive Wahl.
1.) Der Musiker musste bereits in den 1950ern aktiv gewesen sein, d.h. weder Shakin' Stevens noch Robert Gordon tauchen bei mir in der Liste auf .-)
2.) Der Musiker sollte besonders bekannt für seine Rock and Roll Aufnahmen sein. Dafür reicht z.B. ROY ORBISONs Schallplatten-Karriere bei SUN nicht aus. Auf BIG JOE TURNERs Aufnahmen bei ATLANTIC RECORDS oder IKE TURNERs Rock and Roll Aufnahmen trifft das Gleiche zu. RAY CHARLES ist eine Kategorie für sich selbst.
3.) Es sollte sich um einen Einzel-Interpreten handeln, der primär Sänger war. Deshalb fallen Gruppen wie THE COASTERS oder LINK WRAY und DUANE EDDY aus der Bewertung, das Gleiche gilt für reine Songwriter wie MIKE LEIBER & JERRY STOLLER oder OTIS BLACKWELL, der nur wenige Platten aufnahm, aber viele Klassiker des Genres schrieb.

Es kann also los gehen: Ich versuche chronologisch vorzugehen - logischerweise stellt sich dann die Frage: FATS DOMINO oder BILL HALEY?

Ich habe mich für ANTOINE "FATS" DOMINO (geboren 1928) entschieden. Zwar hatte der 1949 seine Schallplatten-Karriere etwas später als BILL HALEY (1925 - 1981) begonnen, aber schon seine erste Veröffentlichung (FAT MAN) klang wie Rock and Roll und fügte sich später nahtlos in sein Repertoire ein, ohne dass es jemanden auffallen würde, dass dieser Titel aus der Pre-Rock and Roll-Ära stammte. Den Spitznamen "Fats" hatte Domino bekommen, weil er ein Fan vom Jazzpianisten, Komponisten und Sänger (Thomas Wright) FATS WALLER (1904 - 1941) war, was man auch etwas an seinem Piano-Stil und seinen Repertoire hören kann: Er spielte öfter Standards als z.B. Little Richard, der übrigens in den 1950ern mit der selben Band - der von DAVE BARTHOLOMEW, geboren 1918 - aufnahm, wenn auch für verschiedene Plattenfirmen: Domino für IMPERIAL, Little Richard für SPECIALTY.

BILL HALEY (1925 - 1981) startete seine Schallplattenkarriere zwar irgendwann zwischen 1946 und 1948, aber es war eben kein Rock and Roll wie bei seiner späteren Band den COMETS, sondern lag stilistisch irgendwo zwischen C&W und Western Swing inkl. Jodeln und Akkordeon. Selbst bei den COMETS gab es ab und an noch eine lap steel guitar bei manchen Rock and Roll Titeln. Eigentlich setzte dieses Instrument von den Rock and Rollers in den 1950ern nur noch CARL PERKINS ein, aber im Gegensatz zu Bill Haley nicht bei schnellen Rock Nummern. BILL HALEY & his COMETS hatten einen eigenen Klang in der Kombination aus R&B-Saxophon/ leicht jazziger E-Gitarre und eben der Lap-Steel-Guitar (besser im deutsch-sprachigen Raum bekannt als "Hawaii-Gitarre), außerdem war er der erste bekannte US-Rock&Roller, der diese Musik nach Europa brachte und der bekannteste (vielleicht von Elvis abgesehen) in Mexiko und großen Teilen Südamerikas. Anfang der 1960er wurde er dort sogar als "King des Twist" angesehen bzw. erfolgreich vermarket, als er "Spanish Twist" 1962 dort veröffentlichte, selbst wenn das völlig unlogisch war.

LITTLE RICHARD Wayne Penniman (geboren 1932) wurde von einem anderen Sänger, der hier fast auf dieser Liste gelandet wäre, wenn man ihn nicht eingezogen und nach Korea geschickt hätte, an SPECIALTY RECORDS empfohlen. Dieser Sänger war LLOYD PRICE (geboren 1933) und hatte seine Eigenkomposition "Lawdy Miss Clawdy" 1952 zum R&B-Hit gemacht, aber keine Platten zwischen 1953 und 1957 aufnehmen können. Denn sein ehemaliges Label hatte inzwischen die ihm stilistisch ähnlichen LITTLE RICHARD und LARRY WILLIAMS - während seiner Dienstzeit als Soldat - unter Vertrag genommen. Ab 1957 war Price zwar erfolgreicher als je zuvor, aber stilistisch kein Rock and Roller sondern eher ein poppiger R&B-Künstler mit Rock and Roll-Einschlag wie z.B. teilweise Roy Hamilton, Brook Benton.
Aber zurück zu LITTLE RICHARD, dem selbst ernannten "Architect of R&R": Ein toller Sänger, Energie geladener Live-Musiker, der viele seiner Klassiker selbst schrieb und sich auf dem Piano selbst begleiten konnte. Im Gegensatz zu Elvis Presley schaffte er es aber seit Ende der klassischen Rock and Roll Ära nicht mehr, sein volles Potential auf Plattenaufnahmen zu entfalten.

Was soll ich lange über ELVIS PRESLEY (1935 - 1977) schreiben - er gehört in diese Liste ohne "Wenn und Aber". Erwähnenswert ist aber, dass er 1954 VOR Chuck Berry, Bo Diddley und sogar VOR Little Richard schon Rock and Roll (oder von mir aus Rockabilly) aufgenommen hatte, also die Leute, die er "bestohlen" haben sollte, noch gar nicht kennen konnte. Zwar hatte Little Richard schon in den frühen 1950ern Platten veröffentlicht, die aber kein Rock and Roll darstellten. Übrigens war für Presley weder er selbst noch Chuck Berry der "King of Rock and Roll", sondern eben Fats Domino, einfach weil er für ihn der Erste war und die anderen (mit Ausnahme von Haley) ihm einfach nachfolgten - ich meine "echte" Rock and Roller - keine Blues oder R&B-Musiker. Der Vorwurf des "Diebstahls", der ihm gerne vorgeworfen wird, bezieht sich ausschließlich auf die Tatsache, dass er ein weißer Musiker war und hat für mich immer diesen etwas rassistischen Beigeschmack. Schließlich konnten sich die Eltern damals nicht aussuchen, wie ihr Kind zur Welt kommen wird, obwohl das heutzutage schon anders ist (Stichwort "Samenbank"). Dass er selbst keine Lieder geschrieben hatte, wird Presley immer wieder vorgeworfen, merkwürdiger Weise habe ich noch nie diese Kritik im Zusammenhang mit Frank Sinatra gehört oder gelesen.

Jedes Musik-Genre hat seine Legenden und nicht wenige Rock and Roll Fans vermischten Fakten und Wunschdenken. Es entseht ein Resultat, das, wenn es dann oft genug wiederholt wird, irgendwann selbst zu einer "Tatsache" zu werden scheint. Im Falle von CARL PERKINS (1932 - 1998) hält sich nachhaltig das Gerücht, Elvis Presley's Cover von Perkins' Komposition "Blue suede shoes" hätte das Original aus der US-Hitparade verdrängt. Perkins hatte schon Platten auf SUN RECORDS veröffentlicht, als er seinen einzigen Hit Ende 1955 aufgenommen hatte. Als das Lied Anfang 1956 bis zum 2.Platz der US-Hitparade stürmte, hatte Presley das SUN LABEL verlassen und bei RCA unterschrieben. Presleys Version erschien erst ein 3/4 Jahr später als Single und schaffte es bis zum Platz 20. Vorher war es lediglich als "Füllmaterial" für eine "extended single record" und eine LP gedacht, was sich nach einem Live-Auftritt u.a. mit der Darbietung von "Blue suede shoes" in einer TV-Show änderte. Vermutlich ist diese Film-Aufnahme auch ein Grund dafür, dass Elvis' Version die bekanntere ist. CARL PERKINS spielte auf seinen Platten die Lead-Gitarre ebenso wie CHUCK BERRY und anders als z.B. BILL HALEY oder ELVIS PRESLEY, die ausschließlich Rhythmus-Gitarristen waren. Perkins war ein frühes Vorbild des BEATLES-Lead-Gitarristen GEORGE HARRISON (1943 - 2001), der "Everybody's Trying to Be My Baby" von 1957 sieben Jahre später mit den FAB FOUR auf Vinyl bannte, während RINGO STARR (geboren 1940) im gleichen Jahr "Honey don't" sang. Perkins' beste Aufnahmen blieben seine Veröffentlichungen auf SUN RECORDS. Ich meine, Elvis Presleys (Begleit-)Band war um Einiges besser als Carls.

Ende 1956 nahm JERRY LEE LEWIS (geboren 1935) zuerst als Sideman ("Matchbox", "Your True Love", " and "Put Your Cat Clothes On" [CARL PERKINS], "Flyin' Saucers Rock'n'Roll" [BILLY LEE RILEY]) und ab 1957 als Solo-Künstler auf. "Jerry Lee Lewis and his Pumping Piano" damit ist sein Stil schon treffend beschrieben. Da seine frühe Begleitband (oft der Gitarrist ROLAND JANES) manchmal nur aus zwei oder drei Anderen bestand, steht sein Pianospiel dementsprechend im Vordergrund. Das unterscheidet ihn z.B. von LITTLE RICHARD oder den meisten Aufnahmen von FATS DOMINO. Genau wie LITTLE RICHARD hat er einen sehr eigenen und daher leicht wieder erkennbaren Gesangsstil. Lewis hat im Laufe seiner Karriere viele gute Aufnahmen gemacht. Ich persönlich finde neben seiner Zeit bei SUN RECORDS vor allem seine Live-Platte von 1964 "LIVE AT THE STAR-CLUB HAMBURG" heraus ragend. Zwar hat er einige Songs selbst geschrieben, war aber eher ein Interpret von Fremdmaterial.

Charles Hardin BUDDY HOLL(e)Y (1936 -1959) schob die Musik der fünfziger Jahre in die sechziger Jahre. D.h. statt Studiomusiker - eine feste Band, eigenes Songmaterial schreiben statt zu covern, Solo-Projekte, eigener Produzent, sich möglichst wenig von anderen herein reden lassen, kurz und gut: sich nicht mehr die Kontrolle aus den Händen nehmen lassen. Zwar überzeugen mich seine letzten Solo-Aufnahmen nicht so sehr, aber wer konnte schon ahnen, dass er mit grade 23 Jahren bei einem Flugzeugabsturz ums Leben kommen würde. Beinahe alles, was zu Lebzeiten veröffentlicht wurde ist hörenswert. Leider gab es - wie z.B. im Falle JIMI HENDRIX (1942 - 1970) - auch schon "Grabräuber", die Solo-Demos von Holly nachträglich bearbeiteten, um den Eindruck einer regulären Band-Aufnahme zu erwecken. Aber sogar diese Aufnahmen, wenn sie zu Lebzeiten Holly auch nie veröffentlicht worden wären, sind z.T. sehr gut. BUDDY HOLLY & the CRICKETS (übersetzt "die Grillen) waren nicht nur ein Teil der Namens-Inspiration für die BEATLES (beetles heißen übersetzt Käfer), sondern dienten in vielen anderen Bereichen ebenfalls als Blaupause.

Edward Raymond "EDDIE" COCHRAN (1938 - 1960) obwohl sogar noch gut drei Jahre jünger als ELVIS PRESLEY, begann im gleichen Jahr (1954) wie dieser, Platten aufzunehmen. Allerdings fanden diese kaum Beachtung und waren Hillbilly oder C&W Music. Ein Jahr später ging es schon eher in die Richtung Rockabilly, aber bei diesen Aufnahmen der COCHRAN BROTHERS, die übrigens keine Brüder waren, spielte Eddie nur die Gitarre. Seine bekanntesten (und auch mit seine besten) sind "Summertime Blues" (covered von den BEACH BOYS, BLUE CHEER, WHO), "C'mon Everybody", "Somethin' Else", "Twenty Flight Rock", "Jeannie Jeannie Jeannie" (covered von den STRAYCATS). Nicht selten spielten auf Cochrans Platten hochkarätige Studiomusiker wie der Schlagzeuger EARL PALMER (Fats Domino, Little Richard, Frank Sinatra, Phil Spector, the Beach Boys, Larry Williams, Neil Young, Randy Newman, Tom Waits) oder der Pianist RAY JOHNSON (Ricky Nelson, Bobby Darrin, Paul Gayten und sein Bruder Plas Johnson). Besondere Erwähnung sollte die Tatsache finden, dass EDDIE COCHRAN schon früh mit dem Overdub anfing: So spielte z. B. auf "Somethin' Else" (covered von den SEX PISTOLS) aus dem Jahre 1959 außer Cochran selbst nur noch der Schlagzeuger EARL PALMER. Cochrans Cover des RAY CHARLES Liedes "Hallelujah I Love Her So" war in GB in den Top 40 (Platz 22) und diente den frühen Beatles wiederum als Vorlage für ihre Cover-Version davon (zu hören auf den STAR CLUB Aufnahmen).

1956 verglichen angeblich viele Hörer GENE VINCENT (eigentlich Vincent Eugene Craddock 1935 -1971) mit ELVIS PRESLEY, als sie "Be-Bop-A-Lula" (mit "Woman love" als B-Seite) hörten. Mich erinnert er immer an BUDDY HOLLY. Aber was für Elvis in seinen Anfangszeiten der Gitarrist SCOTTY MOORE (1931 - 2016) darstellte, war für GENE VINCENT CLIFF GALLUP (1930 - 1988). Im Gegensatz zu Elvis und wie BUDDY HOLLYs CRICKETS oder BILL HALEYs COMETS hatte Vincents Band einen Namen nämlich "BLUE CAPS". Im Gegensatz zu Elvis war Vincent wohl aber nur Sänger (und z.T. Songwriter) und kein Instrumentalist, der auf seinen Platten zu hören war, trotz vieler Fotografien, die ihn mit einer Gitarre zeigen. Er hatte 1956/57 drei Singles in den US Top 40, in Top 40 GBs sogar acht (von 1956 - 1961). 1959 ging er mit EDDIE COCHRAN auf Europa-Tournee (Frankreich, die Bundesrepublik, Niederlande) und wurde bei einem Verkehrunfall, der Cochran das Leben kostete, mit einem Taxi schwer verletzt. Da Vincent schon vor seiner Musikerlaufbahn einen schweren Motorradunfall hatte, der beinahe die Amputation eines Beines zur Folge gehabt hätte, war spätestens nach dem zweiten Unfall der Sänger körperlich so schwer beschädigt, dass er nur noch mit Hilfe von Betäubungsmitteln auftreten konnte. Zwar hörte man es seiner Stimme bis zu seinem Tod nicht an, aber sein gesundheitliches Handicap führte zu seinem frühen Tod durch ein aufgebrochenes Magengeschwür.

LARRY WILLIAMS (1935 - 1980) wurde von mir bereits erwähnt. Er war sehr talentiert und darüber hinaus vielseitig. Genau wie Elvis blieb er nicht im Rock and Roll hängen, sondern entwickelte sich kontinuierlich weiter: Rock & Roll, Soul, Funk bis zum Disco. Man muss nicht alles mögen (ich mag sehr Vieles), aber man sollte das anerkennen können. Was hier aber jetzt für diesen Artikel relevant ist, ist alleine seine Rock & Roll Phase bei SPECIALTY RECORDS 1957 - 1959. "Slow Down", "Dizzy Miss Lizzy", "Bad Boy" wurden von den BEATLES neu veröffentlicht, "Bony Moronie" spielte JOHN LENNON für sein ROCK AND ROLL Album Mitte der 1970er Jahre ein, "She Said Yeah" erschien auf dem 1965er ROLLING STONES Album "Out of our heads". "Short Fat Fannie" schaffte es im Erscheinungsjahr bis an die Spitze der R&B Charts und auf Platz 5 der Pop Charts. Zwischen 1957 und 1968 hatte Williams jeweils fünf Platten in den Top 100 und in den Top 40 der R&B-Hitparaden. Williams fing als Pianist in den Live-Bands von ROY BROWN, PERCY MAYFIELD und LLOYD PRICE an, bevor er Schallplatten als Solokünstler veröffentlichte. 1960 wurde er wegen Drogenhandels zu drei Jahren Gefängnis verurteilt. Letztendlich kostete ihn dieser Umstand auch das Leben, da er im großen Stil nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis weiterhin im Drogenhandel war und Betreiber eines Callgirl-Rings gewesen sein soll. 1980 wurde er vermutlich ermordet, doch die Polizei stellte die Ermittlungen ein und gab an, dass es sich höchstwahrscheinlich um eine Selbsttötung handelte. Inoffiziell war die Rede von Erpressung seitens Williams bei Lokalpolitikern.

Ellas McDaniel besser bekannt als BO DIDDLEY (1928 - 2008) wurde - genau wie JIMMY REED (1925 - 1976) oder CHUCK BERRY - als einer der Haupteinflüsse für britische Bands wie die ROLLING STONES oder die ANIMALS angesehen. Seit einiger Zeit wird er z.T. als großer Einfluss auf Musiker wie JIMI HENDRIX oder ELVIS PRESLEY dargestellt, was absoluter Unsinn und reine Legendenbildung ist. Aber ist irgendwo einmal etwas gedruckt, dann gilt es als Quellennachweis für die Wikipedia und basta :-) Von allen von mir hier aufgeführten Musikern ist BO DIDDLEY am nächsten beim Blues (oder R&B) anzusiedeln. Wie JOHN LEE HOOKER (1917 - 2001) pflegt er in der Anlage ein rhythmisches Gitarrenspiel, das in der Regel elektrisch verstärkt ist. Gerne verwendete er einen Tremolo-Effekt und ließ sich von JEROME GREEN (1934 -1973) einem ehemaligen Tubaspieler, der auf Marracas umgestiegen war und zuweilen als Duettpartner für Diddley fungierte, begleiten; dann verzichte er schon manches Mal auf einen Bass oder ließ eine elektrisch-verstärkte Mundharmonika statt eines - im Rock and Roll eher üblichen - Saxophones aufheulen. Diddley spielte auch schon mit der Lautstärke seines Instrumentes; vielleicht sehen einige deshalb eine Nähe zu Hendrix, aber das hat JOHNNY GUITAR WATSON (1935 - 1995) zur gleichen Zeit ebenfalls praktiziert und der lag z.B. rein von seiner Spielweise näher bei Hendrix. Trotz seines doch recht groben Spieles auf seiner offen gestimmten Gitarre war BO DIDDLEY experimentier-freudiger als z.B. BILL HALEY oder auch CHUCK BERRY und war schon in den 1950ern mit einem Bein im darauf folgenden Jahrzehnt.

Die klassischen Rock and Roll Platten von den EVERLY BROTHERS (PHIL 1939 - 2014 und DON, geboren 1937) erschienen bei dem Platten Label CADENCE RECORDS zwischen 1957 und 1959: "Bye Bye Love", "Wake Up Little Susie", "All I Have to Do Is Dream", "Bird Dog" und "Problems" wurden alle von Felice und Boudleaux Bryant komponiert, einem Songwriter Ehepaar bestehend aus der Texterin und einem ehemaligen Mitglied des Philharmonischen Orchesters von Atlanta. Aber die EVERLYS schrieben auch selbst Hits wie "(Till) I Kissed You" oder später 1960 für WARNER RECORDS "Cathy's Clown". Besonders erwähnen möchte ich die interessanten Gitarren-Arrangements der Brüder, die beide Westerngitarren spielten: eine in der Standard-Stimmung die andere in einer offenen Stimmung (angeblich offen G-Dur oder aber offen D-Dur). Laut ihnen selbst kam ihnen die Idee, die offene Stimmung zu verwenden, als sie BO DIDDLEY in den 1950ern einmal live sahen.

First of all: Rock and Roll and Monarchy do not belong together! But the jazz has its Counts, Dukes, Kings and the Blues had its Empress so why not? Following my video-clip about Chuck Berry's 90th birthday two weeks ago, I would like to expand the circle of "Kings of Rock and Roll" and tell you about my personal choice of the "Kingdom of R&R" .

My criteria for the "KINGS of ROCK and ROLL" were
1.) Career had to start in the 1950s or before
2.) Must be mainly known for his rock and roll recordings
3.) mainly solo performers with focus on their singing

FATS DOMINO (born in 1928) started recording in 1949 with "Fat man" and it sounded not only very good but already like many of his later recordings for IMPERIAL from the mid 1950s. Even ELVIS considered FATS as the King of Rock and Roll!

BILL HALEY (1925 - 1981) started his recording career even earlier than FATS but his very early recordings were more C&W and Western swing and featured sometimes yodeling and the use of an accordeon. HALEY did not play Rock and Roll before the early 1950s. His Group the COMETS had a unique sound which combinated a honking saxophone with a slightly jazzy electric guitar and often a lap steel guitar. He was the first original and successfull US-Rock and Roller to tour Europe and in the early 1960s highly successfull in Mexico and parts of South America.

ELVIS PRESLEY (1935 - 1977) recorded Rock and Roll and Rockabilly from 1954 on for the SUN LABEL (before BO DIDDLEY, CHUCK BERRY or LITTLE RICHARD who recorded in the early 1950 but in a different style as he became later known for). Neverless some people accuse him of "stealing" black music. Was NINA SIMONE accused of stealing "white" music when she studied classic piano? Not as far as I know. Another point of criticism is the lack of songwriting. Did somebody ever accused Frank Sintra for the same reason? Not as far as I know. So stop arguing and enjoy his music.

LITTLE RICHARD Wayne Penniman (born in 1932) backed up by the DAVE BARTOLOMEW Band (like FATS DOMINO) on his SPECIALTY recordings he was a high-energy performer with a wide vocal range who influenced not only many contempories but bands like the BEATLES or EVERLY BROTHERS,too who both covered his songs aswell.

CARL PERKINS (1932 - 1998) like LITTLE RICHARD he was covered by the BEATLES and an early idol of their lead-guitarist GEORGE "CARL" HARRISON. He had not too many R&R hits but was there at the beginning with "BLUE SUEDE SHOES" recorded in 1955 and released in early 1956. Like CHUCK BERRY he played lead-guitar on his records.

JERRY LEE LEWIS (born in 1935) started as a sideman ("Matchbox", "Your True Love", " and "Put Your Cat Clothes On" [CARL PERKINS], "Flyin' Saucers Rock'n'Roll" [BILLY LEE RILEY]) and continued from early 1957 on as a solo performer. "Jerry Lee Lewis and his Pumping Piano" explains his style best. In 1964 he recorded the best Live LP ever (imo) "LIVE AT THE STAR-CLUB HAMBURG".

BUDDY HOLLY (1936 -1959) pushed the music from the 1950s into the 1960s. His career was cut short by an airplane crash. Even his demo tapes which were later overdubbed in a studio in order to make more money out of his music sound very good though if Buddy had lived on would have never seen the day of light.

"EDDIE" COCHRAN (1938 - 1960) one of the first rock and rollers who used overdub extensively in order to create the sound HE and not some producer wanted. On "Somethin' Else" (1959) he played every instrument with the exception of EARL PALMER's drum part. Biggest Hit "Summertime Blues" (covered by the BEACH BOYS, BLUE CHEER, WHO).

GENE VINCENT (1935 -1971) survived two heavy accidents (motorcycle and taxi) which ruined his health in the end. Neverless he recorded the influential and highly successfull record "Be-Bop-A-Lula" (with "Woman love" on the B-side). CLIFF GALLUP (1930 - 1988) was Gene's equivalent to Elvis' SCOTTY MOORE (1931 - 2016).

LARRY WILLIAMS (1935 - 1980) successor of LLOYD PRICE and LITTLE RICHARD on SPECIALTY RECORDS. "Slow Down", "Dizzy Miss Lizzy", "Bad Boy" covered by the BEATLES, "Bony Moronie" recorded by JOHN LENNON for his ROCK AND ROLL Album from 1975, "She Said Yeah" covered by the ROLLING STONES on "Out of our heads" in 1965. Lots of talent but unfortunately lots of criminal energy,too. Williams official "suicide" was very proably a murder by some mobster.

BO DIDDLEY (1928 - 2008) was a very experimental performer who was deeply rooted in the Blues on the one side but very experimental on the other hand (using the volume of his amplified instrument as a calculated effect, adding marracas to his band, playing some carabean rhythm, using the tremolo effect etc.). Big influence on bands like the ROLLING STONES, PRETTY THINGS or the ANIMALS.

EVERLY BROTHERS (PHIL 1939 - 2014 und DON born in 1937) classic rock and roll recordings were released on CADENCE RECORDS between 1957 and 1959: "Bye Bye Love", "Wake Up Little Susie", "All I Have to Do Is Dream", "Bird Dog" and "Problems" were all written by Felice and Boudleaux Bryant. But the EVERLYS were able to compose hig-class songs on their own like "(Till) I Kissed You" or for WARNER RECORDS "Cathy's Clown" in 1960. The Brothers worked out some interesting guitar arrangements and used ane western guitar in standard tuning against another one in open tuning. That was quite unique in Rock and Roll by that time.

Kommentare

Echt bewundernswert, mit welcher Akribie Du an Die Arbeit gegangen bist....Ich muß zugeben, daß ich die Artikel nur schnell überflogen habe (bin Langsamtipper, aber Schnellleser), aber was ich in der Kürze gesehen habe..Hut ab!! Ich habe gedacht, daß ich recht viel weiß,jetzt weiß ich mehr:) Super Arbeit respektive Recherche!! Ich werde alles in Ruhe nachlesen.Versprochen!
Heino

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