open D und E

Zur offenen D(E)-Dur-Stimmung kam ich durch das Bottleneckspiel (dazu mehr im Menüpunkt Bottleneck). Hier möchte ich aber auf mein Spiel in dieser Stimmung ohne Bottleneck näher eingehen. Die bekannteren oder öfter verwendeten offenen Stimmung für das Spiel ohne Bottleneck sind zwar die G- bzw. A-Dur-Stimmungen wie sie z.B. von JOHN LEE HOOKER, KEITH RICHARDS (z.B. auf "Honky Tonk Woman") oder vielen Country-Bluesmusikern der 30er und 40er Jahren verwendet wurden, aber der Gitarrist und Sänger RICHIE HAVENS spielte fast ausschließlich in open D.
Mein Ansatz in open D ist, in jeder Tonart darauf zu spielen: in moll und dur, inkl. maj7 und Dominant7-Akkorden, 6er und 9er, verminderte Akkorde etc.. Offene Stimmungen werden von Gitarristen, die sich nur oberflächlich damit beschäftigt haben, nicht selten mit folgenden (negativen) Eigenschaften in Verbindung gebracht:

  1. man kann mit ihnen nur in dur oder nur in moll spielen (je nach Stimmung)
  2. sie dienen ausschließlich der vereinfachenden Griffweise
  3. man kann mit ihnen nicht in allen Tonarten spielen, es sei den man verwendet einen Kapodaster
  4. man ist stilistisch stark eingeschränkt
  5. es gibt eine, höchstens zwei Arten Akkorde zu greifen (voicings)
  6. es sind nur die Grundakkorde (mit der 6 oder kleinen 7) möglich

Ich habe für mich festgestellt, dass es nicht so sein muss. Das größte Problem bei den von der Standard-Stimmung abweichenenden open tunings scheint mir, dass man auf ihnen leicht die Übersicht verlieren kann, was man eigentlich spielt. Ich empfehle daher, dass was man in den offenen Stimmungen grade gespielt oder gelernt hat, auch in der Standard-Stimmung zu überprüfen und eventuell harmonisch zu bestimmen. Seitdem ich das mache, fühle ich mich jedenfalls "mehr zu Hause".